Die Anthologie „Hoffnungszeilen“ ist ein Buch voller Mutmach-Geschichten für alle, die daran glauben, dass es sich lohnt, niemals aufzugeben. Eine dieser Geschichten ist meine eigene: Licht am Zaun.
Hoffnung neu erzählt
40 Stimmen, 40 Geschichten und ein gemeinsames Band: die Hoffnung.
Ob laut oder leise, sanft oder voller Kraft – jeder Text in dieser Anthologie schenkt uns einen sehr besonderen Moment zwischen Licht und Dunkelheit. Alle Erzählungen zeigen: Auch wenn das Leben uns prüft, bieten sich doch immer wieder Wege, um dem absoluten Tiefpunkt zu entkommen. Dieses Buch ist eine Einladung, den Glauben an eine mögliche Veränderung niemals aufzugeben.
In dieser Sammlung wird Hoffnung ganz neu erzählt: mal als zarte Geste, dann als neu entdeckter Mut, vielleicht nur als ein stilles Lächeln oder gar als beeindruckender Aufbruch. Die Autorinnen und Autoren dieses Buchs lassen die Hoffnung in vielen Nuancen erscheinen und erinnern jeden daran: Sie ist die Superpower, die uns weiterträgt!
Gleichzeitig schaffen sie Raum für einen jungen kreativen Geist, seine Hoffnung niemals loszulassen – mit einem Stipendium bei Autorenträume, finanziert durch die Einnahmen der Buchverkäufe. Die Anthologie ist am 06.02.2026 als Taschenbuch erschienen.
Hoffnungszeilen – 40 Geschichten und Gedichte
- Sandra Andrés, Laura Windmann (Hrsg.)
- 276 Seiten
- ISBN-13: 978-3819461576
- 16,99 EUR, Taschenbuch
Licht am Zaun
In meiner Geschichte „Licht am Zaun“ treffen sich verschiedene Familien auf einem Spielplatz, an dem etwas geschehen ist, das niemand selbst erleben möchte. Was sie eint? Die Hoffnung darauf, dass Menschlichkeit niemals verloren geht.
Leseprobe gefällig?
Licht am Zaun
Am Abend steht sie wieder am Zaun. In der Hand eine Kerze. Der Wind ist still, als hätte auch er begriffen, dass heute kein Tag für Geräusche ist. Heikes Finger beben, während sie das Licht entzündet; die Kälte des Frostes sitzt tief in ihr.
Sie war Lehrerin. Fünfundzwanzig Jahre Grundschule. Sie hat vieles gesehen. Blaue Augen, geplatzte Seifenblasen, Noten, die Tränen brachten. Kinder, die alleingelassen wurden. Vom System, von den Eltern, der Gesellschaft. So oft hatte sie versucht, sie zu retten. Zu oft waren ihr die Hände gebunden. Zumindest dachte sie das damals. Hatte Furcht vor den Konsequenzen. Vor welchen Konsequenzen, das weiß sie heute nicht mehr.
Wenn sie hier so steht, fragt sie sich: Was hätte Schlimmeres passieren können? Vieles hat sie gesehen und geschluckt. Nicht das hier: Ein Zaun, Spielgeräte, Blut im Sand, noch ganz frisch.
Sie weiß nicht, warum sie hier ist. Vielleicht, weil sie endlich etwas tun muss. Vielleicht, weil sie etwas zu sagen hat, für das sie keine Worte findet. […]
Die Anthologie gibt’s als Taschenbuch im Online-Shop von Sandra Andrés, auf Amazon oder Thalia zu kaufen. Finde deine Hoffnung in diesen Zeilen!

